Der älteste Computer der Welt?

Die Titelgeschichte des Novemberhefts von bild der wissenschaft lautet „Die größten Rätsel der Archäologie“.

Es ging – mal wieder – um die Frage, ob die Wikinger die ersten Europäer in Amerika waren und was eigentlich auf den Osterinseln passiert ist.

Für mich gänzlich neu war der Beitrag über den „Mechanismus von Antikythera“. 1901 entdeckten griechische Taucher vor der Insel Antikythera ein altes Schiffswrack: mit Amphoren, Münzen usw. Und sie fanden verbeulte Bronzeplatten und ein paar rostige Zahnräder.

Man war sich wohl relativ schnell sicher, dass es sich um einen antiken Apparat handelt. Aber wofür, und wie hat er funktioniert? Mittlerweile sind 82 Teile des Mechanismus geborgen. Doch die Rekonstruktion erwies sich als schwierig.

Aus: Wikipedia (gesehen 3.11.16)

Der Mechanismus von Antikythera ist ein antikes, mit einer späteren astronomischen Uhr vergleichbares Gerät. Mit Hilfe vieler Zahnräder und Zifferblätter konnten von ihm wesentlich mehr astronomisch-kalendarische Zusammenhänge angezeigt werden, als es bei entsprechenden Uhren, die es im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab, möglich war.

Der Mechanismus wurde im Jahr 1900 von Schwammtauchern zusammen mit anderen Funden in einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera, zwischen der Peloponnes und Kreta, entdeckt. An Bord befindliche Münzen aus Pergamon konnten auf die Jahre zwischen 86 und 67 v. Chr. datiert werden, Münzen aus Ephesus auf die Jahre zwischen 70 und 62 v. Chr. Daher dürfte das Schiff zwischen 70 und 60 v. Chr. gesunken sein; der Fund stammt somit aus dem späten Hellenismus.

Das Gerät ist unvollständig erhalten und daher nicht mehr funktionsfähig. Die 82 erhaltenen Fragmente befinden sich heute im Archäologischen Nationalmuseum in Athen; die drei größten Teile sind in der Abteilung für Bronzegegenstände öffentlich ausgestellt.

Der Fund des Mechanismus von Antikythera war insofern überraschend, als ein technisch so anspruchsvolles Gerät wie dieses und die in ihm enthaltene Technik und Herstellungsweise bisher aus der Zeit der Antike nicht bekannt war.

Im BdW-Artikel wird beschrieben, wie die Artefakte nun mit einem neuartigen Röntgentomografen namens „Bladerunner“ untersucht wurden. Um das 8-Tonnen-Gerät zum Athener Nationalmuseum zu schaffen, mussten mehrere Strassenzüge gesperrt werden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: es konnten erstmals Schriftzeichen und kleine Texte entdeckt werden. Leider handelt es sich dabei nicht direkt um eine Bedienungsanleitung, die Zeichen beschreiben vielmehr, was der Betrachter sieht. Das sei aber ausgesprochen hilfreich, da auch Teile beschrieben werden, die nicht mehr vorhanden sind. „Genug für eine eindeutige Rekonstruktion“ sagt der US-Forscher Alexander Jones und fasst zusammen „Ein brillantes System. Ein Konzept von Zeit, Geschwindigkeit und Raum“.

Weitere Informationen u.a. beim „Antikythera Mechanism Research Project

 

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One Response to Der älteste Computer der Welt?

  1. i.chris sagt:

    Interessant und rätselhaft zugleich – so richtig vorstellen kann ich mir das Gerät nun leider immer noch nicht. Eine Art astronomische Uhr?

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