Bundespräsident spricht über den „bibliothekarischen Alltag“

Den Festakt zur Wiedereröffnung der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar nutzte Bundespräsident Köhler, um in seiner Rede einen Seitenblick auf den bibliothekarischen Alltag in unserem Land zu werfen und auf die Probleme aufmerksam zu machen:

Hier einige Zitate aus seiner Rede (auch die UB Bielefeld wird erwähnt):

„Ich hatte vor einigen Monaten ein ausführliches Gespräch mit vierzehn Bibliothekarinnen und Bibliothekaren aus ganz Deutschland und aus sehr unterschiedlichen Einrichtungen. Von der großen Zentral- und Landesbibliothek Berlin über die Universitätsbibliothek Bielefeld bis zur Stadtbücherei Chemnitz. Selten habe ich eine Gruppe von so engagierten Menschen erlebt, die mit Leib und Seele für ihre Sache arbeiten. Das hat mich sehr beeindruckt – und mich auch optimistisch gestimmt. “

„Die deutschen Bibliotheken – und zwar alle, von der hochspezialisierten Forschungsbibliothek bis zur kleinen Stadtteilbibliothek – sind ein unverzichtbares Fundament in unserer Wissens- und Informationsgesellschaft. “

„In den Universitätsbibliotheken fehlen oft die notwendigen Mittel für ausreichende Neuanschaffungen. So müssen Zeitschriften-abonnements abbestellt werden oder Forschungsreihen können nicht weiter bezogen werden. Das entwertet oft den Bestand.“

„Trotz des wichtigen Beitrags der Bibliotheken für die Bildung und das selbstständige Lernen, fehlt in Deutschland – im Gegensatz zu den erfolgreichen PISA-Ländern – die strategische Verankerung der Bibliotheken als Teil der Bildungsinfrastruktur. Durchgängige bildungspolitische Zielsetzungen gemeinsam mit dem Bibliothekswesen sind heute weder auf Länderebene noch in der Politik des Bundes in ausreichendem Maße anzutreffen. Bibliotheken gehören deshalb in Deutschland auf die politische Tagesordnung.“

Bibliothekswelt

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One Response to Bundespräsident spricht über den „bibliothekarischen Alltag“

  1. Susanne Riedel sagt:

    Hallo,

    es lohnt sich, die Rede in Gänze zu lesen! Die „Welt“ spricht gar von „einer seinen besten Reden“ (Welt online, 25.10.07).
    Als eine derjenigen, die ihn im Februar des Jahres besucht hat, freue ich mich über den starken Bezug, den er zu eben diesem Gespräch hergestellt hat. Damals zeigte er sich von den Bibliotheken und Bibliothekaren beeindruckt und hatte uns in der Tat „versprochen“, im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Bibliotheken einzutreten. Dass er das bei dieser Gelegenheit wahr macht, ist eine gute Nachricht. Er hat damals gut zugehört und offenbar verstanden, so dass ich hoffe, dass es weitere Gelegenheiten geben wird, ihn als Fürsprecher für Bibliotheken zu sehen.

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