Acht Gründe, warum Bibliotheken so beliebt sind

29. September 2017

Die Münchner Stadtbibliothek hat einen schönen Artikel gebloggt:

Acht Gründe, warum Bibliotheken so beliebt sind

Der Artikel bezieht sich eher auf Öffentliche Bibliotheken, aber manches können wir vielleicht auch für uns in Anspruch nehmen.

Ein paar Beispiele

1. In der Bibliothek sind alle gleich

Arm oder reich, Mittelschule oder Gymnasium, deutscher Pass oder nicht, Mann oder Frau: Gesellschaften sortieren ihre Mitglieder gerne nach Herkunft, Milieu, Geschlecht, Bildungsstand etc. Bibliotheken tun das nicht. Niemand muss sich beim Betreten einer Bibliothek ausweisen, anmelden oder erklären. Jeder kann kommen, da sein und die Angebote – Medien wie Dienstleistungen – vor Ort nutzen, und zwar völlig kostenfrei. Die Begriffe “niedrigschwellig”, “inklusiv” und “vielfältig” stellen für Bibliotheken keine hohlen Phrasen, sondern ihr gesellschaftliches Leitbild dar.

2. Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

Freilich nicht in denselben Worten, aber doch sinngemäß kennen wir diesen Satz auch von unseren Nutzerinnen und Nutzer: Bibliotheken bieten Menschen Raum, denen es zuhause an Platz, Konzentration (“eigentlich müsste/könnte ich noch die Küche aufräumen…”) oder der nötigen Ruhe zum Recherchieren, Lesen und Lernen mangelt. Bibliotheken gewährleisten die Privatsphäre des/der Einzelnen und sind dennoch öffentlicher Raum: Man kann zugleich für sich und mit anderen zusammen sein (siehe zum Begriff der Kopräsenz auch “Freie Räume, neue Gemeinschaften” hier im Blog). Bibliotheken kennen keine dummen Fragen, keine falschen Themen und keinen verkehrten Look. Und vor allem interessieren sie sich nicht die Bohne für den Geldbeutel ihrer Nutzerinnen und Nutzer: Bibliotheken waren “dritte Orte”, lange bevor dieses Schlagwort in aller Munde war. Sie sind kommerzfreie Räume von oben bis unten, da gibt es keine Werbung, niemandem will einem etwas verkaufen. In Bibliotheken werden Menschen nicht als KonsumentInnen, sondern einzig und allein als Bürgerinnen und Bürger wahr- und ernst genommen.

6. Sharing Is Caring

Als die Medien die Sharing-Kultur als neuesten Trend entdeckten, trauten viele Bibliotheken ihren Ohren nicht: Äh, das machen wir doch schon seit Jahrhunderten … ?!? Wegen Anbietern wie Uber und Airbnb hat der Ruf von Sharing mittlerweile deutlich gelitten; der Verdacht, dass ein paar wenige sich auf Kosten der Community eine goldene Nase verdienen, ist nicht von der Hand zu weisen.

Dem stellen sich Bibliotheken entgegen, indem sie das Teilen und das gemeinschaftliche Nutzen von Kultur(-gütern) weiterhin als Grundlage ihrer Arbeit wie als gesellschaftliche Notwendigkeit betrachten. Leihen ist nicht nur billiger, sondern auch nachhaltiger als kaufen – das freut nicht nur preis-, sondern auch umweltbewusste Menschen. Zugriff auf mehrere Millionen Bücher, Filme, Games, CDs etc. für 20 Euro im Jahr – wo gibt’s denn sowas? Bei uns natürlich 🙂

Advertisements

Libraries without Borders

25. April 2017

Im aktuellen BuB-Heft (69 04/2017, erst in 3 Monaten online verfügbar) berichtet Frau Prof. Meinhardt von der TH Köln über die Organisation Libraries without Borders, die mobile Bibliotheken in Krisengebiete bringt.

Bibliotheques Sans Frontieres\Libraries without Borders (LWB) ist eine der weltweit anerkannten nicht kommerziellen internationalen Organisationen, die Entwicklungsunterstützung betreiben. Gegründet 2007 durch den Franzosen Patrick Weil, setzt die Organisation dafür in erster Linie auf Bibliotheken – weil es Bibliotheken sind, die Information, Bildung und Kultur für alle frei und pluralistisch zur Verfügung stellen können.

Der Grundgedanke der Arbeit ist, dass Menschen Bedürfnisse haben, die über eine existenzielle Grundversorgung hinausgehen: Information, Bildung, Beschäftigung, Unterhaltung.

In dem Artikel geht es insbesondere um die „Idea Boxes“ (in anderen Quellen auch „Ideas Boxes“). http://www.ideas-box.org

Idea Boxes – die kompakte Bibliothek des 21. Jahrhunderts

… Die Idea Boxes sind ideal auf ihre Einsatzorte zugeschnitten. Die farblich ansprechende Box, fixiert auf zwei Paletten kann in weniger als 20 Minuten von vier Personen überall aufgebaut werden. Sie enthält … Kabel, für die Energieversorgung, Räder, um die Module bewegen zu können, Tische, um mit dem Tablet zu arbeiten, Regale, um Bücher und Medien zu präsentieren, Planen, um Schatten zu spenden sowie Stühle und Kissen …

Die Idea Boxes bestehen aus verschiedenen Modulen: Mobilfunk/Internet, Lernen, Unterhaltung und Spielen, Kreativität. „connect“  „learn“  „play“  „create“

Die Inhalte jeder Box wurden in enger Abstimmung mit Partnern aus den jeweiligen Ländern entwickelt, um … die kulturellen wie sprachlichen Kontexte zu berücksichtigen.

Zielgebiete sind zum Beispiel Flüchtlingslager, aber auch entlegene ländliche Gebiete oder vernachlässigte Stadtteile in Ballungsräumen.

 

 


Hatice Akyün erhält diesjährigen Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken

25. April 2017

Im Juli 2016 wiesen wir auf  einen Artikel der Schriftstellerin Hatice Akyün über den Duisburger Bücherbus hin: „Der Bus, mit dem ich die Welt entdeckte“ .

Nun erhält sie den diesjährigen Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken.

Quelle: http://b-u-b.de/hatice-akyuen-publizistenpreis/


Bayerische Staatsbibliothek erweitert digitales Angebot

26. Januar 2017

Bildähnlichkeitssuche recherchiert in 43 Millionen Bildern nach ähnlichen Motiven

Die Bayerische Staatsbibliothek vergrößert erneut ihr digitales Angebot. Nutzer aus Wissenschaft und Forschung können ab sofort mit der Bildähnlichkeitssuche alle bis heute vorhandenen Digitalisate – also ca. 1,2 Millionen Bände mit rund 270 Millionen Buchseiten und 43 Millionen Bildern – nach ähnlichen Motiven und Bildern durchsuchen. Das Angebot steht auch für mobile Endgeräte zur Verfügung.


Erpressungstrojaner legt 16 Bibliotheken in St. Louis lahm

26. Januar 2017

Bibliotheksverband weigert sich, Lösegeld zu zahlen – Systeme müssen komplett neu aufgesetzt werden. Kriminelle haben das Computersystem der 16 Bibliotheken in der US-Stadt St. Louis attackiert. Mit einem sogenannten Erpressungstrojaner griffen sie auf die internen Datenbanken zu und blockierten diese für den Zugriff von Mitarbeitern. Sie verlangten 35.000 Dollar Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben. Die Leitung der Bibliotheken weigerte sich, zu bezahlen und will stattdessen die Systeme komplett neu aufsetzen.

Weiterlesen

Quellen:

BiB-Info

Standard.at

CNN

 


Privatbibliothek wird öffentlich zugänglich

15. Dezember 2016

Die „Neue Westfälische“ berichtete vor einigen Tagen darüber, dass die Bibliothek des Apothekers Rudolph Brandes (1795 – 1842) im Stadtarchiv Bad Salzuflen öffentlich zugänglich wird.

Im Bad Salzufler Stadtarchiv wird die wissenschaftliche Bibliothek von Rudolph Brandes und seinen Nachkommen verwahrt. Hierbei handelt es sich um wissenschaftliche Literatur des 19. Jahrhunderts mit sehenswerten, gut erhaltenen Stücken. Diese Bibliothek zählt zu den wissenschaftlich bedeutendsten Beständen im Stadtarchiv und wird ab sofort den Archivbesuchern im Lesesaal dauerhaft in einem speziellen Ausstellungsregal präsentiert. Zusätzlich wurde ein sogenanntes Findbuch erstellt, es listet den Gesamtbestand des Brandes´schen Nachlasses systematisch auf. Dieser Übersichtskatalog über die in Bad Salzuflen verwahrten Bestände steht künftig unseren Nutzern zur Verfügung, er wird auch in benachbarten Archiven (z.B. NRW-Landesarchiv Detmold) einsehbar sein und wissenschaftlichen Instituten zur Verfügung gestellt (pharmaziehistorisches Institut der Universität Marburg).

http://www.stadt-bad-salzuflen.de/aktuelles/neuigkeiten/detail/artikel/770/historische-bibliothek-von-brandes.html

 


Wissenschaftsstadt Bielefeld?

15. Dezember 2016

Die örtlichen Medien (Neue Westfälische, Westfalenblatt, Radio Bielefeld) berichteten in den vergangenen Tagen darüber, dass es jetzt ein Strategiekonzept dafür gibt, Bielefeld mittelfristig zur Wissenschaftsstadt zu machen.

Mit diesen Ideen will Bielefeld den Ruf als „Wissenschaftsstadt“ ausbauen

Abschlussbericht: Arbeitsgruppen zur „Wissenschaftsstadt Bielefeld“ erarbeiten fast 70 Vorschläge, die die Stadt voranbringen würden

Die alte Industriestadt Bielefeld soll ein neues Label erhalten: Wissenschaftsstadt. Das wünschen sich Oberbürgermeister Pit Clausen und die gut 65 Mitglieder aus fünf Arbeitsgruppen, die sich eineinhalb Jahre damit befasst haben. Jetzt liegt ihr 130 Seiten zählender Abschlussbericht vor. Darin sind fast 70 Anregungen und Empfehlungen zu finden, wie das Ziel erreicht werden könnte.

„Es ist kein Masterplan, sondern ein erster Schritt“, sagt Clausen. Dieter Timmermann und Hans-Jürgen Simm, ehemaliger Rektor und ehemaliger Kanzler der Universität Bielefeld, nennen das Werk eine Ideensammlung, unverbindlich, aber als Diskussionsgrundlage wichtig.

Einige Ideen aus dem Bericht:

  • Neue Studentenwohnheime sollen entstehen, z.B. auf dem alten FH-Gelände an der Kurt-Schumacher-Straße.
  • Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollen angelockt werden.
  • Die Stadtbahnlinie 3 soll weitergebaut werden, um die Linie 4 zu entlasten.
  • Im früheren Gebäude der Stadtbibliothek (Wilhelmstraße) soll ein „Haus der Wissenschaft“ entstehen.
  • Die  Gründung einer internationalen Schule für die Kinder von Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern soll geprüft werden.
  • Es wird der Bau eines Radschnellwegs zwischen Innenstadt und Campus empfohlen.

Ich freue mich schon auf viele spannende und kontroverse Diskussionen.

Zum Weiterlesen:

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/21094752_Mit-diesen-Ideen-will-sich-Bielefeld-das-Label-Wissenschaftsstadt-verdienen.html?em_cnt=21094752

https://www.radiobielefeld.de/nachrichten/lokalnachrichten/detailansicht/strategiekonzept-wissenschaftsstadt-bielefeld.html

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Bielefeld/Bielefeld/2632664-Forschen-arbeiten-und-wohnen-im-Stadtraum-Campus-Strategiekonzept-zur-Wissenschaftsstadt