Libraries without Borders

25. April 2017

Im aktuellen BuB-Heft (69 04/2017, erst in 3 Monaten online verfügbar) berichtet Frau Prof. Meinhardt von der TH Köln über die Organisation Libraries without Borders, die mobile Bibliotheken in Krisengebiete bringt.

Bibliotheques Sans Frontieres\Libraries without Borders (LWB) ist eine der weltweit anerkannten nicht kommerziellen internationalen Organisationen, die Entwicklungsunterstützung betreiben. Gegründet 2007 durch den Franzosen Patrick Weil, setzt die Organisation dafür in erster Linie auf Bibliotheken – weil es Bibliotheken sind, die Information, Bildung und Kultur für alle frei und pluralistisch zur Verfügung stellen können.

Der Grundgedanke der Arbeit ist, dass Menschen Bedürfnisse haben, die über eine existenzielle Grundversorgung hinausgehen: Information, Bildung, Beschäftigung, Unterhaltung.

In dem Artikel geht es insbesondere um die „Idea Boxes“ (in anderen Quellen auch „Ideas Boxes“). http://www.ideas-box.org

Idea Boxes – die kompakte Bibliothek des 21. Jahrhunderts

… Die Idea Boxes sind ideal auf ihre Einsatzorte zugeschnitten. Die farblich ansprechende Box, fixiert auf zwei Paletten kann in weniger als 20 Minuten von vier Personen überall aufgebaut werden. Sie enthält … Kabel, für die Energieversorgung, Räder, um die Module bewegen zu können, Tische, um mit dem Tablet zu arbeiten, Regale, um Bücher und Medien zu präsentieren, Planen, um Schatten zu spenden sowie Stühle und Kissen …

Die Idea Boxes bestehen aus verschiedenen Modulen: Mobilfunk/Internet, Lernen, Unterhaltung und Spielen, Kreativität. „connect“  „learn“  „play“  „create“

Die Inhalte jeder Box wurden in enger Abstimmung mit Partnern aus den jeweiligen Ländern entwickelt, um … die kulturellen wie sprachlichen Kontexte zu berücksichtigen.

Zielgebiete sind zum Beispiel Flüchtlingslager, aber auch entlegene ländliche Gebiete oder vernachlässigte Stadtteile in Ballungsräumen.

 

 

Advertisements

Hatice Akyün erhält diesjährigen Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken

25. April 2017

Im Juli 2016 wiesen wir auf  einen Artikel der Schriftstellerin Hatice Akyün über den Duisburger Bücherbus hin: „Der Bus, mit dem ich die Welt entdeckte“ .

Nun erhält sie den diesjährigen Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken.

Quelle: http://b-u-b.de/hatice-akyuen-publizistenpreis/


Bayerische Staatsbibliothek erweitert digitales Angebot

26. Januar 2017

Bildähnlichkeitssuche recherchiert in 43 Millionen Bildern nach ähnlichen Motiven

Die Bayerische Staatsbibliothek vergrößert erneut ihr digitales Angebot. Nutzer aus Wissenschaft und Forschung können ab sofort mit der Bildähnlichkeitssuche alle bis heute vorhandenen Digitalisate – also ca. 1,2 Millionen Bände mit rund 270 Millionen Buchseiten und 43 Millionen Bildern – nach ähnlichen Motiven und Bildern durchsuchen. Das Angebot steht auch für mobile Endgeräte zur Verfügung.


Erpressungstrojaner legt 16 Bibliotheken in St. Louis lahm

26. Januar 2017

Bibliotheksverband weigert sich, Lösegeld zu zahlen – Systeme müssen komplett neu aufgesetzt werden. Kriminelle haben das Computersystem der 16 Bibliotheken in der US-Stadt St. Louis attackiert. Mit einem sogenannten Erpressungstrojaner griffen sie auf die internen Datenbanken zu und blockierten diese für den Zugriff von Mitarbeitern. Sie verlangten 35.000 Dollar Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben. Die Leitung der Bibliotheken weigerte sich, zu bezahlen und will stattdessen die Systeme komplett neu aufsetzen.

Weiterlesen

Quellen:

BiB-Info

Standard.at

CNN

 


Privatbibliothek wird öffentlich zugänglich

15. Dezember 2016

Die „Neue Westfälische“ berichtete vor einigen Tagen darüber, dass die Bibliothek des Apothekers Rudolph Brandes (1795 – 1842) im Stadtarchiv Bad Salzuflen öffentlich zugänglich wird.

Im Bad Salzufler Stadtarchiv wird die wissenschaftliche Bibliothek von Rudolph Brandes und seinen Nachkommen verwahrt. Hierbei handelt es sich um wissenschaftliche Literatur des 19. Jahrhunderts mit sehenswerten, gut erhaltenen Stücken. Diese Bibliothek zählt zu den wissenschaftlich bedeutendsten Beständen im Stadtarchiv und wird ab sofort den Archivbesuchern im Lesesaal dauerhaft in einem speziellen Ausstellungsregal präsentiert. Zusätzlich wurde ein sogenanntes Findbuch erstellt, es listet den Gesamtbestand des Brandes´schen Nachlasses systematisch auf. Dieser Übersichtskatalog über die in Bad Salzuflen verwahrten Bestände steht künftig unseren Nutzern zur Verfügung, er wird auch in benachbarten Archiven (z.B. NRW-Landesarchiv Detmold) einsehbar sein und wissenschaftlichen Instituten zur Verfügung gestellt (pharmaziehistorisches Institut der Universität Marburg).

http://www.stadt-bad-salzuflen.de/aktuelles/neuigkeiten/detail/artikel/770/historische-bibliothek-von-brandes.html

 


Wissenschaftsstadt Bielefeld?

15. Dezember 2016

Die örtlichen Medien (Neue Westfälische, Westfalenblatt, Radio Bielefeld) berichteten in den vergangenen Tagen darüber, dass es jetzt ein Strategiekonzept dafür gibt, Bielefeld mittelfristig zur Wissenschaftsstadt zu machen.

Mit diesen Ideen will Bielefeld den Ruf als „Wissenschaftsstadt“ ausbauen

Abschlussbericht: Arbeitsgruppen zur „Wissenschaftsstadt Bielefeld“ erarbeiten fast 70 Vorschläge, die die Stadt voranbringen würden

Die alte Industriestadt Bielefeld soll ein neues Label erhalten: Wissenschaftsstadt. Das wünschen sich Oberbürgermeister Pit Clausen und die gut 65 Mitglieder aus fünf Arbeitsgruppen, die sich eineinhalb Jahre damit befasst haben. Jetzt liegt ihr 130 Seiten zählender Abschlussbericht vor. Darin sind fast 70 Anregungen und Empfehlungen zu finden, wie das Ziel erreicht werden könnte.

„Es ist kein Masterplan, sondern ein erster Schritt“, sagt Clausen. Dieter Timmermann und Hans-Jürgen Simm, ehemaliger Rektor und ehemaliger Kanzler der Universität Bielefeld, nennen das Werk eine Ideensammlung, unverbindlich, aber als Diskussionsgrundlage wichtig.

Einige Ideen aus dem Bericht:

  • Neue Studentenwohnheime sollen entstehen, z.B. auf dem alten FH-Gelände an der Kurt-Schumacher-Straße.
  • Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollen angelockt werden.
  • Die Stadtbahnlinie 3 soll weitergebaut werden, um die Linie 4 zu entlasten.
  • Im früheren Gebäude der Stadtbibliothek (Wilhelmstraße) soll ein „Haus der Wissenschaft“ entstehen.
  • Die  Gründung einer internationalen Schule für die Kinder von Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern soll geprüft werden.
  • Es wird der Bau eines Radschnellwegs zwischen Innenstadt und Campus empfohlen.

Ich freue mich schon auf viele spannende und kontroverse Diskussionen.

Zum Weiterlesen:

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/21094752_Mit-diesen-Ideen-will-sich-Bielefeld-das-Label-Wissenschaftsstadt-verdienen.html?em_cnt=21094752

https://www.radiobielefeld.de/nachrichten/lokalnachrichten/detailansicht/strategiekonzept-wissenschaftsstadt-bielefeld.html

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Bielefeld/Bielefeld/2632664-Forschen-arbeiten-und-wohnen-im-Stadtraum-Campus-Strategiekonzept-zur-Wissenschaftsstadt


Der älteste Computer der Welt?

3. November 2016

Die Titelgeschichte des Novemberhefts von bild der wissenschaft lautet „Die größten Rätsel der Archäologie“.

Es ging – mal wieder – um die Frage, ob die Wikinger die ersten Europäer in Amerika waren und was eigentlich auf den Osterinseln passiert ist.

Für mich gänzlich neu war der Beitrag über den „Mechanismus von Antikythera“. 1901 entdeckten griechische Taucher vor der Insel Antikythera ein altes Schiffswrack: mit Amphoren, Münzen usw. Und sie fanden verbeulte Bronzeplatten und ein paar rostige Zahnräder.

Man war sich wohl relativ schnell sicher, dass es sich um einen antiken Apparat handelt. Aber wofür, und wie hat er funktioniert? Mittlerweile sind 82 Teile des Mechanismus geborgen. Doch die Rekonstruktion erwies sich als schwierig.

Aus: Wikipedia (gesehen 3.11.16)

Der Mechanismus von Antikythera ist ein antikes, mit einer späteren astronomischen Uhr vergleichbares Gerät. Mit Hilfe vieler Zahnräder und Zifferblätter konnten von ihm wesentlich mehr astronomisch-kalendarische Zusammenhänge angezeigt werden, als es bei entsprechenden Uhren, die es im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab, möglich war.

Der Mechanismus wurde im Jahr 1900 von Schwammtauchern zusammen mit anderen Funden in einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera, zwischen der Peloponnes und Kreta, entdeckt. An Bord befindliche Münzen aus Pergamon konnten auf die Jahre zwischen 86 und 67 v. Chr. datiert werden, Münzen aus Ephesus auf die Jahre zwischen 70 und 62 v. Chr. Daher dürfte das Schiff zwischen 70 und 60 v. Chr. gesunken sein; der Fund stammt somit aus dem späten Hellenismus.

Das Gerät ist unvollständig erhalten und daher nicht mehr funktionsfähig. Die 82 erhaltenen Fragmente befinden sich heute im Archäologischen Nationalmuseum in Athen; die drei größten Teile sind in der Abteilung für Bronzegegenstände öffentlich ausgestellt.

Der Fund des Mechanismus von Antikythera war insofern überraschend, als ein technisch so anspruchsvolles Gerät wie dieses und die in ihm enthaltene Technik und Herstellungsweise bisher aus der Zeit der Antike nicht bekannt war.

Im BdW-Artikel wird beschrieben, wie die Artefakte nun mit einem neuartigen Röntgentomografen namens „Bladerunner“ untersucht wurden. Um das 8-Tonnen-Gerät zum Athener Nationalmuseum zu schaffen, mussten mehrere Strassenzüge gesperrt werden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: es konnten erstmals Schriftzeichen und kleine Texte entdeckt werden. Leider handelt es sich dabei nicht direkt um eine Bedienungsanleitung, die Zeichen beschreiben vielmehr, was der Betrachter sieht. Das sei aber ausgesprochen hilfreich, da auch Teile beschrieben werden, die nicht mehr vorhanden sind. „Genug für eine eindeutige Rekonstruktion“ sagt der US-Forscher Alexander Jones und fasst zusammen „Ein brillantes System. Ein Konzept von Zeit, Geschwindigkeit und Raum“.

Weitere Informationen u.a. beim „Antikythera Mechanism Research Project