SchmökerBahn

24. Oktober 2014

Durch einen Artikel in der “Neuen Westfälischen” wurde ich auf diese nette Idee aufmerksam, die Schmökerbahn der Westfalenbahn:

Was gibt es Schöneres für ein Buch, als in einem Zug gelesen zu werden?
Die WestfalenBahn garantiert jetzt ausgewählten Büchern von topaktuell bis zeitlos diese besondere Ehrung.

Ab dem 22.10.2014 schickt die WestfalenBahn in Kooperation mit Bibliotheken aus der Region ihre Bücher in der SchmökerBahn auf Reisen. Ihnen, liebe Fahrgäste, wollen wir es in der rollenden Bibliothek besonders gemütlich machen und einen Lesegenuss der besonderen Art ermöglichen.

Auf der RB 61 „Wiehengebirgsbahn“ zwischen Bielefeld – Osnabrück – Bad Bentheim pendelt die SchmökerBahn vier Wochen lang und sorgt für ausreichend Lesestoff. Am 22.10.214 starten wir mit einer Live-Lesung, Comedy u.v.m. Darüber hinaus können Sie bis zum 31.01.2015 an unseren Aktionen teilnehmen und tolle Preise gewinnen.

So funktioniert´s:

Direkt neben dem Fahrkartenautomaten im Zug steht eine prall gefüllte Bücherkiste für Sie bereit. Sie können die Bücher direkt im Zug lesen, stöbern, schmökern oder zum Fertiglesen mit nach Hause nehmen, und sie einige Tage später für andere Fahrgäste wieder in die SchmökerBahn oder in die Gepäckablage eines anderen Zuges der WestfalenBahn zurücklegen.

Die Auftaktveranstaltung mit dem Bielefelder Comedian Heinz Flottmann haben wir leider schon verpasst.


Serge, ein Bibliothekar in Adiletten

7. Oktober 2014

Im Augustheft von NZZ-Folio steht ein schöner Artikel über den Wald in der französischen Nationalbibliothek, der nur einmal pro Jahr betreten werden darf.

Natur mit Türsteher

Den Wald im Hof der französischen Nationalbibliothek durfte lange niemand betreten. Jetzt ist er offen, aber nur an einem einzigen Nachmittag im Jahr.

Der Wald im Hof der Nationalbibliothek, dreizehntes Pariser Arrondissement, war zwölf Jahre lang ein 1,2 Hektaren kleines Sperrgebiet. Nur Gärtner durften hinein, zweimal in der Woche. Die Direktion hielt es für das Beste, wenn der Wald hinter Glas blieb. Seit sieben Jahren ist er an einem Nachmittag im Jahr offen, doch die Besucher müssen sich schon Monate vorher um eine Eintrittskarte bemühen. Der Rundgang dauert dreissig Minuten, und die Führerin ist auch eine Wärterin.

Die Nähe zum Wald ist ein Privileg. Die Spaziergänger sehen ihn nur von oben, wenn sie über die Esplanade schlendern. Die Studenten überblicken ihn aus der Höhe, wenn sie in einem der Türme sitzen. Die Forscher haben ihn vor den Augen, wenn sie von ihren Unterlagen aufblicken, denn ihnen sind viele der Arbeitsplätze mit Fenster zum Hof vorbehalten. Die Fassade ist aus Glas, doch die Fenster lassen sich nicht öffnen. Die Bibliothek besteht aus vier Flügeln, die an offene und einander zugewandte Bücher erinnern.

Im Artikel wird weiter beschrieben, wie der Wald angelegt wurde und welche Probleme es bei der Erhaltung gibt. Nicht nur die leicht nachvollziehbaren wie Schädlinge und Wind, sondern auch …

Eine Eigenschaft des Waldes verleiht ihm besondere Authentizität: der Müll. Nach der Mittagspause werfen die Studenten ihren Abfall ins Grüne. Flaschen, Kippen, die Plasticschalen vom Chinesen. Heute sehen wir nichts davon, weil die Gärtner den Wald vor unserer Besichtigung gründlich gereinigt haben. Fast jedes Mal, wenn sie in den Wald komme, sagt Boufflet, verlasse sie ihn mit ein paar Flaschen: «Wir befinden uns in einem Paradies unter Dauerkontrolle.» Der Müll ist das eine Problem, das Boufflet ratlos macht. Schlimmer sei die Sache mit den Tieren. Immer wieder setzen Leute ihre Haustiere hier aus, werfen ihren Hund oder ihre Katze in den Wald hinunter und überlassen es den Mitarbeitern der Bibliothek, sie ins Heim oder zur Kadaversammelstelle zu bringen.

Unsere Uni-Bibliothek ist ja nahe am Wald gebaut, sonst wäre das doch für uns auch eine schöne Idee gewesen :-) Ach ja, der Serge aus der Überschrift war einer der Waldbesucher in dem zitierten Artikel.


Zurück zu den Anfängen?

12. August 2014

Bei den Vorbereitungen zu unseren “Interimsumzügen” räumen wir alle tüchtig auf und misten aus. Dabei stieß ich auf das allererste BE-Heft.  Und dabei fiel mir Verschiedenes auf:

  • Es gibt ein ausführliches Geleitwort unseres damaligen Bibliotheksdirektors, das mit den Worten endet “… Ich persönlich wünsche mir, daß diese Zeitung auch dazu beitragen möge, Kooperation und berufsbezogene mündliche Information zwischen den verschiedenen Bereichen der Bibliothek, wie auch zwischen allen Mitarbeitern und der Bibliotheksleitung dem Erreichbaren so nahe wie möglich zu bringen.”
  • Ein erheblicher Anteil an Beiträgen wurde von Kollegen des höheren Dienstes geschrieben.
  • Wir hatten noch nicht so das Bewusstsein für geschlechtergerechte Sprache.
  • Eine heutige Kollegin hat damals ihr “kleines Praktikum” bei uns gemacht.
  • Unter Kurzmitteilungen “Die Katalogisierung der Mikroformen im Informationszentrum hat begonnen.” Das machen wir heute noch … leider.
  • Es gibt ein Interview mit Jörg Drews,  der seinerzeit in der UB eine umfangreiche Ausstellung zu Leben und Werk von Arno Schmidt initiiert und zusammengestellt hatte.

Wenn jetzt jemand Lust bekommt, auch mal in den alten Heften  zu stöbern … bei der Redaktion gibt es noch Exemplare, und im Informationszentrum stehen die Jahrgänge komplett: http://katalogplus.ub.uni-bielefeld.de/title/622953.

Die Inhaltverzeichnisse sind auf unserem internen Server abgelegt (http://intern.ub.uni-bielefeld.de/bibliotheksebene/).


1. Jahrgang (1987) Heft 1
Engelsing-Schick, Gisela Arno Schmidt Ausstellung S.1
Wohlers, Annette Briefe aus Frankreich (I) S.4
Steinhagen, Maximilian Auf der “Orgatechnik” in Köln S.8
Seewald-Renner, Ingo Erfahrungen im Spätdienst S.10
Binder, Wolfgang Die Informationsvermittlungsstelle der UB 1986 S.12
Finke, Franz Der “Platzinfarkt” und seine Folgen S.15
Hoyningen-Huene, Verena v. Eine Alternative zur Alternative S.17
Seewald-Renner, Ingo Bildergeschichte S.18
Adam, Jost Die Rückstellzählung vom 12.9. Bis zum 23.12.1986 S.21
Veröffentlichungen aus der UB 1986 S.26
Kurzmitteilungen S.27
Kolumne: Ansichtssachen S.28
Personalmitteilungen S.29
Veranstaltungskalender 1987 S.30


 


Schöne neue Mensawelt

21. Juli 2014

Nach 35 Jahren, von denen ich 15 Jahre miterlebt habe, hat letzten Freitag die alte Mensa im Universitätshauptgebäude für immer ihre Pforten bzw. ihre Rolltore geschlossen. Etwa 3.000 mal habe ich die alte Mensa besucht und dort gegessen. Seit heute kann man nun die schöne neue Mensawelt im Gebäude X erleben.

Die alte Mensa war sicher nicht schön, aber ungemein praktisch: 3 Förderbänder, an denen das Essen fertig portioniert inkl. Salat + Nachtisch ausgeliefert wurde. Am Ende des Förderbands die Chipkarte auflegen, das Geld wird abgebucht, vielleicht noch schnell am Nachschlag vorbei, Platz suchen, fertig. Natürlich war man auf die vorgegebene Zusammenstellung angewiesen, die nicht immer gelungen oder nach dem eigenen Geschmack war – der allseits beliebte Nachtischtausch hatte eine gewisse kommunikationsfördernde Wirkung ;)

In der neuen Mensa kann man sich jetzt (endlich) sein Essen selbst zusammen stellen, also z.B. zum Eintopf noch Salat oder ein Dessert nehmen oder bei den Tagesmenüs statt des Salats mit dem Jogurtdressing oder dem Dosenobst einfach mal 3 warme Beilagen nehmen – oder mal was ganz anderes probieren, z.B. frisch gebackene Pizza (so etwas gab es bisher überhaupt nicht in der Uni, außer im Univarza-Restaurant).

Der erste Eindruck: Funktional, aber doch schön ist die neue Mensa. Aber auch ein bisschen chaotisch. Die etwa 17 Essens-Theken, 8 Kassen und 3 Speisesäle überfordern alle erst einmal. Natürlich muss sich nun alles erstmal einspielen, aber manches scheint auch unglücklich geplant, z.B. überkreuzen sich die Eingangsschlange und die Rückgabeschlange, da sich beides auf einer Seite befindet. Das ist nicht gut gelöst und führt zu unnötigen Wartezeiten. Außerdem sind in der neuen Mensa die “Menü/Eintopf”-Ausgabetheken auf der rechten Seite, die “Büffets” und “Aktionstheken” mittig und die Kassen auf der linken Seite. Hat man sein Menü ergattert muss man sich also durch die anderen Theken zu den Kassen wühlen. Natürlich auch hier Schlangen, die sich mit anderen Schlangen vermischen – und von links und rechts kommen auch noch Leute. Die Platzsuche ist auch nicht ganz einfach, vor allem wenn man mit 8 Leuten essen geht und alle zusammen sitzen wollen – aber das kennt man schon aus der alten Mensa. Wir haben im Endeffekt sogar im Hauptspeisesaal alle zusammen einen Platz gefunden. Der zweite Speisesaal auf der linken Seite scheint aber deutlich leerer und für größere Gruppen besser geeignet. Für “Einzelgänger” oder für zwei Leute gibt es jetzt auch nette Plätze an langen Hochtischen.

Ein weiterer Nachteil ist der Zeitfaktor. Mit dem etwa 6-minütigen Fußweg und mit Wartezeiten brauchten wir insgesamt gut 50 Minuten (und das ohne den eigentlich obgliatorischen Kaffee in der Cafete). Früher schaffte man alles in etwa 25 Minuten, inkl. Kaffee in der Cafete und (natürlich nur dienstlichem!) Mittagsgespräch brauchte man maximal 40 Minuten. Mal schauen, wie man das am besten und am zeitsparensten regelt und ob (wenn die meisten Leute wissen, wie es geht), die Wartezeiten kürzer werden.

Weitere Erfahrungen? Gerne in den Kommentaren.

Sebastian Wolf


In memoriam Hans-Ulrich Wehler

10. Juli 2014

Im heute erschienenen “Stern” ist ein Interview mit dem kürzlich verstorbenen Bielefelder Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler.

… Wehler hat sich immer eingemischt, sein Leben lang, und im Herbst, sagt er in dem stern-Gespräch, wolle er sich wieder einmischen – mit Vorträgen, Aufsätzen, Auftritten. Er könne es kaum erwarten, dass Thomas Picketys umstrittener Besteller “Capital” auf Deutsch erscheint. Da entfache man dann eine Debatte.

Das sagte er Dienstag vergangener Woche. Am nächsten Tag empfing er entspannt den stern-Fotografen. Drei Tage später war er tot….

Auch die Universität Bielefeld erinnert an ihren Ehrensenator Professor Dr. Hans-Ulrich Wehler:

Professor Dr. Hans-Ulrich Wehler, einer der renommiertesten Historiker der Gegenwart, ist in der Nacht zum 6. Juli 2014 überraschend im Alter von 82 Jahren in Bielefeld verstorben. Wehler war von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 Professor für Allgemeine Geschichte mit besonderer Berücksichtigung des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Bielefeld und hat mit seinem sozialwissenschaftlich fundierten Forschungsansatz die Geschichtswissenschaft der Bundesrepublik Deutschland entscheidend beeinflusst. Die Universität Bielefeld trauert um einen ihrer herausragenden Wissenschaftler.

Fotostrecke, Kondolenzbuch, Presseschau:  http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Aktuelles/Wehler/

 


Statistiken und Vornamen und arme Kinder

27. Mai 2014

In unserer Blogstatistik führt nach “Startseite” und “Impressum” immer noch der Artikel Pirschelbär (vom April 2012).

Startseite / Archivseiten 17.418
Impressum 587
“Pirschelbär” 325

Jetzt gibt es eine neue Variante des Themas “Arme Kinder mit schlimmen Vornamen”:  Eltern wurde erlaubt, ihr  Kind “Schaklin” zu nennen.

Quellenauswahl:

Standesamt aus Eschweiler genehmigt den Namen “Schaklin”

Kind darf “Schaklin” heißen

Ein Kommentar dazu:

Das arme Kind

 


Rätselhaft

28. März 2014

Heute möchte ich auf einen Blogbeitrag bei Infobib (meinem drittliebsten Weblog ;-) ) hinweisen:

Verschlüsselte Botschaften in der Bibliothek

Frei nach Amazon: Wem Ecos Foucaultsches Pendel oder der Codex Copiale gefiel, wird auch hieran seinen Spaß haben.

In der Bibliothek der Western University hinterlässt jemand verschlüsselte Nachrichten – oder täuscht das zumindest … vor. …

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